» Aussaat
Der Anbau der Zuckerrübe ist dort, wo die Verhältnisse ihn gestatten, sehr lohnend, stellt aber besonders hohe Ansprüche an die Beschaffenheit, Düngung und Bearbeitung des Bodens. Je trockener das Klima, desto mehr verlangt die Rübe einen tiefgründigen, frischen Boden mit reichlichem Nährstoffvorrat. Am besten eignen sich humose Lehm- und Lössböden, ungeeignet sind arme, trockene Sandböden, zähe Tonböden und alle flachgrundigen, nassen Bodenarten.
Da die Zuckerrübe mit sich selbst nicht verträglich ist, ist es nicht möglich, sie in zwei aufeinander folgenden Vegetationsperioden auf demselben Feld anzubauen. Daher ist eine Fruchtfolge von mindestens drei Jahren erforderlich. Einige Pflanzenarten, wie beispielsweise Kohl oder Spinat, eignen sich nicht als Vorfrüchte, da sie von ähnlichen Schädlingen und Pilzen befallen werden wie die Zuckerrübe. So würde es zu einer erheblichen Vermehrung der die Rüben befallenden Nematoden kommen.
Fruchtfolge
Natürlich nachhaltiger Zuckerrübenanbau beginnt mit der Einordnung der Zuckerrübe in die Fruchtfolge nach acker- und pflanzenbaulichen Gesichtspunkten.
Das Anbauverhältnis der Fruchtarten wird im Landwirtschaftsbetrieb im wesentlichen von den Klima- und Bodenverhältnissen, der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung, von phytosantitären Aspekten aber auch von agrarpolitischen – speziell förderpolitischen – Restriktionen bestimmt.
Grundsätze der Fruchtfolgegestaltung
Mit der Einhaltung einer betriebsspezifischen Fruchtfolge können vor allem die Bodenfruchtbarkeit, der Ertrag und die Qualität der Kulturpflanzen, aber auch der Befall mit Schaderregern und die Verunkrautung beeinflusst werden.
Für die Einordnung der Zuckerrüben in die Fruchtfolge sind folgende Grundsätze zu beachten:
Einhaltung weiter Abstände (mindestens 3 Jahre Anbaupause) für ein hohes und stabiles Ertragsniveau
Verminderung des Anteils der Fruchtarten, die von Schaderregern, die auch bei den Zuckerrüben auftreten, befallen werden oder Wirtspflanzen für jene sind
Anbau von Zwischenfrüchten insbesondere zur Auflockerung enger Fruchtfolgen und zur Einschränkung / Verringerung des Nematodenbefalls
Nutzung der Möglichkeiten zur ökonomischen Bekämpfung von Problemunkräutern innerhalb der Fruchtfolge
Optimale Ausnutzung des hohen Vorfruchtwertes der Zuckerrüben durch die Nachfrüchte.
Sowohl Versuchsergebnisse als auch Praxiserfahrungen belegen, dass Mindererträge auftreten, wenn der Zuckerrübenanteil in der Fruchtfolge 25 Prozent übersteigt. Die Ursachen dafür liegen in einer allgemeinen „Rübenmüdigkeit" des Bodens und werden in zunehmendem Maße auf steigenden Nematodenbesatz sowie die Verbreitung anderer Schaderreger im Boden zurückgeführt.
Gesunde und saubere Zuckerrübenbestände durch gezielte Fruchtfolgegestaltung
Ein hoher Anteil Zuckerrüben in der Fruchtfolge fördert die Entwicklung und Vermehrung vieler Schaderreger, die zu Ertragsverlusten und Qualitätsverschlechterungen bei Zuckerrüben führen. Da viele Schädlinge an Pflanzenresten (Rübenbruchstücke, Rübenblätter) überdauern, wurde ein stärkerer Befall mit
Nematoden
Moosknopfkäfern
Wurzelbrand
Cercospora
Ramularia und
Rhizoctonia
in engen Fruchtfolgen beobachtet und nachgewiesen, so dass sich die Verlängerung der Anbaupause befallsmindernd auswirkt.
Die Auswahl der Vorfrüchte beeinflusst unter anderem das Auftreten von tierischen und pilzlichen Schaderregern. Durch den Anbau von Mais und Kartoffeln sowie die organischen Rückstände von Grasansaaten kann es zu einer stärkeren Schädigung durch Rhizoctonia kommen. Wird Mais direkt vor Zuckerrüben angebaut, ist auf die Auswahl der Herbizide zu achten, da es sonst zu phtotoxischen Reaktionen in Zuckerrüben kommen kann. Zuckerrüben nach Grünlandumbruch sind durch Drahtwürmer und Schnaken (Tipula) gefährdet.
Raps als Vorfrucht führt unter Umständen zu Problemen. Einerseits verursacht er als Unkraut in Zuckerrüben hohe Herbizidkosten bei der Bekämpfung und hat zusätzlich Ernte- sowie Verarbeitungserschwernisse zur Folge. Andererseits muss der Rapsaufschlag nach der Ernte termingerecht beseitigt werden um eine Nematodenvermehrung zu verhindern.
Saubere und unkrautfreie Rübenbestände sind Ziel eines jeden Rübenanbauers. Die Unkrautflora ist deshalb in der gesamten Rotation zu beobachten und Problemunkräuter sollten in der Fruchtart bekämpft werden, in der es am einfachsten und kostengünstigsten ist.
So lassen sich zum Beispiel
im Getreide bzw. in der Getreidestoppel Distel, Ackerwinde, Knötericharten, Ackerschachtelhalm und Quecke
im Mais Amarant, Hirse, Bingelkraut und Nachtschatten
durch entsprechende Herbizide wirtschaftlicher bekämpfen als im Zuckerrübenbestand.
Einfluss der Fruchtfolgegestaltung auf Nematodenbefall
Wachstumsstörungen und Ertragsminderung werden bei Zuckerrüben durch Nematoden, vor allem das Rübenzystenälchen (Hederodera schachtii), weniger das Stock-/ Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) verursacht. Eine Möglichkeit, die Vermehrung der Rübennematoden zu verhindern, ist die Einhaltung einer weiten Fruchtfolge mit zwei-, besser dreijähriger Anbaupause.
Aus wirtschaftlichen Gründen sind drei- und längerjährige Anbaupausen in vielen Betrieben nicht realisierbar, so dass der Anbau von nematodenresistenten Zwischenfrüchten zur Bekämpfung der Nematoden genutzt wird.
Geeignet sind Ölrettich- und Senfsorten mit einer Resistenznote von mindestens zwei; Sorten mit der Note eins erreichen die größte Nematodenreduzierung – in Laborversuchen bis zu 90 Prozent, auf Praxisschlägen 50 – 70 Prozent. Besteht Verdacht auf eine gleichzeitige Verseuchung mit dem Stock-/ Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci), ist von Senf Abstand zu nehmen, da bisher noch nicht eindeutig die Rolle des Zwischenfrucht-Senfs als Wirtspflanze geklärt ist. Die Bezeichnung "nematodenresistent" bezieht sich immer nur auf Hederodera schachtii.
Ergänzend zum Anbau nematodenresistenter Zwischenfrüchte ist auch auf die Ausgliederung von Wirtspflanzen (z.B. Kohl) der Nematoden in den Zuckerrübenrotationen zu achten.
Die Züchtung stellt ertragsstarke nematodentolerante Zuckerrübensorten bereit, die auf befallenen Flächen den Ertragsausfall durch Heterodera schachtii minimieren. Nach dem derzeitigen Wissensstand ist der Nematodenbesatz nach dem Anbau von nematodentoleranten Sorten unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der Einsatz nematodenresistenter Zuckerrübensorten ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, besser ist der Anbau nematodentoleranter Zuckerrüben in Verbindung mit nematodenresistenten Zwischenfrüchten.
Eingliederung von Zwischenfrüchten in die Fruchtfolge
Der Zwischenfruchtanbau ist vor allem in Betrieben mit hohem Zuckerrübenanteil oder erosionsgefährdeten Flächen zu einem festen Bestandteil der Fruchtfolgegestaltung geworden. Die wichtigsten Gründe dafür sind:
Grundlage für Mulchsaatverfahren
Erosionsschutz
Nematodenbekämpfung
Minderung der Nährstoffauswaschung.
Grundbodenbearbeitung
Die Erhaltung nachhaltiger Bodenfruchtbarkeit ist neben anderen Faktoren ein wichtiges Ziel der Bodenbearbeitung. Sie muss
standortbezogen
situationsbezogen
ökonomisch
ökologisch
ausgerichtet sein.
Ernte der Vorfrucht und Stoppelbearbeitung
Die Bodenvorbereitung zu Zuckerrüben beginnt bereits bei der Ernte der Vorfrucht. Kurze Stoppel und exakte Strohverteilung sind entscheidende Voraussetzungen für die nachfolgenden Arbeiten. Mögliche Geräte:
Grubber
Spatenrollegge
Scheibenegge
Konventionelle Bearbeitung
Unter konventioneller Bearbeitung versteht man die sich an die Stoppelbearbeitung anschließende, wendende Tätigkeit mit dem Pflug. Folgende wichtige Grundsätze sind zu beachten:
trocken pflügen
nicht zu tief pflügen
eben pflügen
zeitgerecht pflügen
Für tonhaltige Böden ist die Herbstfurche Voraussetzung. Auf feuchten, lehmigen Standorten reduziert die Frühjahrsfurche den Wassergehalt und sorgt zu dem für schnellere Bodenerwärmung.
Konservierende Bodenbearbeitung
Während die konventionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug einen „reinen Tisch" hinterlässt und Ernterückstände der Vor- bzw. Zwischenfrucht im Boden verteilt werden, verbleibt das organische Material bei der konservierenden Bodenbearbeitung an der Oberfläche bzw. in der oberflächennahen Schicht. Dieses wird durch den Einsatz nicht wendender Geräte wie zum Beispiel dem Grubber erreicht.
Folgende Zielsetzungen werden mit diesem Verfahren verfolgt:
deutliche Minderung von Wind- und Wassererosion
bessere Tragfähigkeit der Böden
Aktivierung des Bodenlebens
Vermeidung von Nährstoffverlagerungen
verbesserte Wasserführung der Böden
Mit der konservierenden Bodenbearbeitung werden vergleichbare Zuckererträge wie beim konventionellen Anbau erzielt. Zusätzlich zeichnen sich Mulchsaaten im Herbst durch eine höhere Tragfähigkeit aus und sind dadurch oftmals besser rodbar.
Die Mulchsaat kann mit oder ohne Saatbettbereitung erfolgen. Die Entscheidung darüber ist abhängig von der Verteilung des organischen Materials im Sähorizont und von den Bodenfeuchteverhältnissen.
Zwischenfruchtmulch
In Lagen, in denen ausreichend Bodenfeuchte vorhanden ist, bietet der Anbau einer abfrierenden Zwischenfrucht (zum Beispiel Gelbsenf) mit ihrer Bodenbedeckung und - durchwurzelung ideale Voraussetzung für eine Mulchsaat.
Zum Ende des Winters kann eine flache Bodenbearbeitung sinnvoll sein, wenn abgefrorene Zwischenfrüchte ansonsten zu einer schlechten Abtrocknung führen. Dagegen sollte auf erosionsgefährdeten Standorten die Rübensaat möglichst ohne Saatbettbereitung erfolgen. Bedeckungsgrade des Bodens von 50 - 70 Prozent werden erreicht und Erosionsschäden weitestgehend vermieden.
Ermöglicht wird die richtige Platzierung des Saatgutes mit Hilfe von Schneid- oder Räumscharen.
Strohmulch
Nach sehr spät räumender Vorfrucht und in trockenen Lagen ist häufig kein Zwischenfruchtanbau möglich. Hier kann das auf dem Acker verbleibende Stroh für den Oberflächenschutz genutzt werden. Voraussetzung für das Gelingen einer Mulchsaat mit Stroh ist die gleichmäßige Quer- und Längsverteilung möglichst kurz gehäckselten Strohs durch den Mähdrescher. Nach einer möglichst flachen Stoppelbearbeitung sollte im Herbst ein zweiter Arbeitsgang mit dem Grubber erfolgen. Die Lockerung auf mindestens 15 cm Tiefe sollte unbedingt unter trockenen Bedingungen durchgeführt werden, da Schmierschichten ein Hindernis für das Wurzelwachstum sind und zu extremen Ertragseinbußen führen können. Eine Tiefenlockerung im Frühjahr ist mit Ausnahme einiger sehr leichter Standorte nicht ratsam.
Im Gegensatz zur Mulchsaat mit Zwischenfruchtanbau sind beim Strohmulch in der Regel keine Mulchsaateinrichtungen am Sägerät erforderlich. Mit einem Mulch-Bedeckungsgrad von bis zu 30 % bringt die Strohmulchvariante einen mittleren Erosionsschutz bei relativ geringen Kosten.
Eine besondere Form der Mulchsaat stellt die Direktsaat dar, bei der ohne jegliche Bodenbearbeitung ab Ernte der Vorfrucht gesät wird.
Bei Zwischenfrucht- und Strohmulch ist im Frühjahr vor der Rübensaat eine Bekämpfung von nicht abgestorbener Zwischenfrucht, Altverunkrautung sowie Ausfallgetreide durch ein nicht selektives Herbizid (Glyphosat) in der Regel notwendig.
Saatbettbereitung/ Aussaat
Die Saatbettbereitung dient zur Vorbereitung einer exakten Aussaat. In möglichst wenigen Arbeitsgängen sollte der Boden saatfertig sein. Wichtige Maßgabe: Verdichtungen durch zu frühe (=nasse) Bearbeitung vermeiden.
Auch in naher Zukunft wird man auf eine Saatbettbereitung nicht verzichten können. Auf Mulchsaatflächen hat sich eine flache Bodenlockerung zur schnelleren Erwärmung des Bodens im Frühjahr bewährt. Drei Grundsätze für die Saatbettbereitung sollten generell beachtet werden:
Der Boden ist im Frühjahr häufig sehr druckempfindlich. Jede Überfahrt hinterlässt Spuren, die verdichtete und damit wachstumsbeeinträchtigende Bereiche schaffen können. Der Boden sollte möglichst mit einem Arbeitsgang saatfertig sein. Durch mehrfache Bearbeitung wird die Krümelstruktur zerstört, der Boden wird zu fein und ist stark verschlämmungsgefährdet.
Die Saatbettbereitung sollte möglichst flach erfolgen. Wird zu tief gelockert, geht wertvolle, für die Keimung notwendige Feuchtigkeit verloren. Auch ist eine ausreichende Rückverfestigung mit dem Ziel, das Keimbett an die darunter liegende, wasserführende Schicht anzuschließen, nicht gewährleistet. Ein ungleichmäßiger und häufig zu geringer Feldaufgang ist die Folge.
Der dritte Grundsatz beinhaltet, dass bei der Saatbettbereitung zwar flach gearbeitet werden soll, jedoch mindestens so tief, dass die Schlepperspuren unterfahren werden. Beim zu flachen Arbeitsgang ist in der Regel nicht genug Feinerde vorhanden, um die Saat ausreichend zu bedecken. Besonders in den Schlepperspuren liegt das Saatgut dann häufig frei und keimt, wenn überhaupt, erst nach erheblichen Niederschlagsmengen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass nicht ausreichend bedecktes Saatgut von Mäusen aufgenommen wird.
Die Bauart der für die Saatbettbereitung eingesetzten Geräte ist bei sachgerechtem Einsatz von untergeordneter Bedeutung. Ob gezogene Saatbettkombinationen oder zapfwellengetriebene Geräte betrieben werden, ist im Einzelfall sowohl aus ackerbaulicher Sicht als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu beurteilen. Wird eine Kreiselegge eingesetzt, sollte mit niedriger Zapfwellendrehzahl und relativ hoher Fahrgeschwindigkeit gearbeitet werden, um ein zu feines Saatbett zu vermeiden.
Saat
Das Ziel der Aussaat ist ein zügiger Feldaufgang und eine gleichmäßige Pflanzenverteilung bei einem hohen Pflanzenbestand.
Zuckerrüben sollten ab zweiter Märzhälfte auf abgetrocknetem Boden gesät werden. Bei der Aussaat ist die Tiefenablage bzw. die Bedeckungshöhe mit Erde von entscheidender Bedeutung. Generell gilt: Je tiefer die Ablage, desto schwieriger werden die Auflaufbedingungen. Insbesondere auf schluffhaltigen Böden mit hoher Verschlämmungsgefahr sollte auf eine flache Ablage (1 - 2 cm) geachtet werden. Wichtig für eine rasche Keimung und einen guten Feldaufgang ist, die Rübenpillen auf eine wasserführende Schicht zu legen und mit etwas loser Erde zu bedecken.
Bei allzu flacher Ablage besteht sonst die Gefahr, dass die Rübenpillen von der Feldwaldmaus gewittert und „geknackt" werden bzw. die Rübenkeimlinge vertrocknen und auf diese Weise Pflanzenausfälle entstehen.
Vor jeder Aussaat sollte der ordnungsgemäße Zustand der Drillmaschinen kontrolliert werden:
Abnutzungsgrad der Schare und Zellräder
Einstellung der vor- und nachlaufenden Werkzeuge (z.B. Klutenräumer, Zustreicher)
Verschleißteile wie Ketten, Lager und Buchsen
Bei der eigentlichen Aussaat ist neben der Ablagetiefe auch auf die gleichmäßige Ablageentfernung der Pillen in der Reihe zu achten. Deshalb sollte die Fahrgeschwindigkeit bei Sägeräten mit außenbefüllten Zellrädern 5,5 km/h und bei solchen mit innenbefüllten Zellrädern 7 km/h nicht überschreiten. Ansonsten kommt es zu einem Verrollen der Pillen und entsprechend ungenauer Ablage. Nicht die Wahl der Nachläufer ist von entscheidender Bedeutung, sondern deren Einstellung: Die Rübenpille muss auf eine wasserführende Schicht gedrückt und mit etwa 1 – 2 cm loser Erde bedeckt werden.
Pflanzenbestand
Ein hoher, gleichmäßiger Pflanzenbestand ist die Voraussetzung für eine gute Unkrautunterdrückung und hohe Erträge. Der Pflanzenbestand ist das Resultat aus Ablageentfernung in der Reihe, Reihenabstand und Feldaufgang. Es sollten Bestandesdichten von 80.000 - 95.000 Pflanzen / ha angestrebt werden. In mehrjährigen Versuchen konnten dabei die besten Zuckererträge und Qualitäten und die geringsten Rodeverluste bei niedrigem Erdanhang erzielt werden. Grundsätzlich wird die Bestandesdichte durch die Wahl der Ablageentfernung in der Reihe beeinflusst.
Sorten
Die Entscheidung für eine geeignete Zuckerrübensorte mit guter Saatgutqualität stellt sich jährlich neu und ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Zuckerrübenanbau.
Die Grundlagen für diese Entscheidung werden im Bereich der Nordzucker AG von der ARGE NORD geliefert. Sie führt in enger Abstimmung mit dem Koordinierungsausschuss (KA) am Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) Göttingen Sortenversuche durch.
Sorten
In den Sortenvergleichen werden die Leistungsmerkmale Rübenertrag, Zuckergehalt und die Melassebildner Kalium, Natrium und Aminostickstoff festgestellt.
Überdurchschnittliche Rübenqualität bei angelieferten Rüben wird mit einer Qualitätsprämie belohnt. Grundlage für deren Ermittlung sind der Gehalt an Aminostickstoff und der Zuckergehalt. Neben gezielter Sortenwahl hat die Anbautechnik erheblichen Einfluss auf die Rübenqualität. Theoretisch ist es möglich, bei vollständiger Erfüllung aller Qualitätsanforderungen Beträge um 3 € je Tonne Rübe zusätzlich zu erwirtschaften. Aus dieser Sicht lohnt es sich also, die Sortenergebnisse etwas genauer zu betrachten.
Neben den Ertrags- und Qualitätsmerkmalen sind für eine Sortenbeurteilung auch weitere Leistungsmerkmale wie zum Beispiel Widerstandsfähigkeit gegenüber Blattkrankheiten und Schossern von Bedeutung.
Rizomania-tolerante Sorten
Rizomania-tolerante Sorten tolerieren den Befall mit Rizomania, sie sind der heutige Standard.
Nematoden-tolerante Sorten
Nematoden-tolerante Sorten tolerieren den Befall mit Nematoden, sie reduzieren nicht den Nematodenbesatz. Ihr Einsatz ist ab einer Besatzdichte von 300 E+L notwendig.
Nematoden-resistente Sorten
Nematoden-resistente Sorten reduzieren den Nematodenbefall und sollten nicht unterhalb eines Befalls von etwa 1200 E+L angebaut werden. Unter Nichtbefall sind diese Sorten den nicht-resistenten Sorten unterlegen.
Rhizoctonia-resistente Sorten
Rhizoctonia-resistente Sorten tolerieren teilweise einen Befall mit Rhizoctonia, und die Rüben zeigen eine geringere Symptomausprägung. Sie sollten nur auf Befallsstandorten angebaut werden, da ihre Leistung unter Nichtbefall schwächer ist als die nicht-resistenter Sorten.










