Transport
Laden und Reinigen
Wenn Rüben geerntet werden, haftet Erde an den Rüben, weil sie in der Erde wachsen. Diese Erde muss aber dort bleiben wo sie hingehört – auf dem Acker. Der Rübenanbauer will die Grundlage seines Wirtschaftens erhalten und die Zuckerfabrik will diese Erde nicht bekommen, weil sie die Arbeitsprozesse stört und unnötige Kosten verursacht. Daher wurde seit Jahren immer innovativ daran gearbeitet die Rüben so sauber wie möglich zu roden und bei der Verladung zusätzlich so sauber wie möglich zu verladen. Hier haben die Hersteller der Erntemaschinen eine große Ingenieurleistung vollbracht.
Im Gebiet der Nordzucker werden alle Rüben vorgereinigt. Fast alle Rüben werden dabei über große, selbstfahrende Arbeitsmaschinen vorgereinigt, die so genannten „Lademäuse“. Diese Lademäuse nehmen die Rüben durch spezielle Walzen auf, die lose oder anhaftende Erde von den Rüben separieren können. Durch die Reibung der Rüben aneinander fällt zusätzlich Erde durch die Siebbänder. Solche Geräte sind hoch effektiv und können etwa 12 LKW in einer Stunde beladen – das sind mehr als 300 t pro Stunde.
Eine Rübenmiete muss für diese leistungsfähigen Maschinen passend angelegt werden. Sie müssen dabei nicht nur Rücksicht auf die Aufnahmebreite der Lademaus nehmen, sondern auch auf die Breite des Rübenschutzvlieses, das ab November auf die Rübenmieten aufgelegt wird. Diese Maßnahme – im Fachwort „Mietenpflege“ genannt – führt auch dazu, dass die Rüben noch besser abgereinigt werden können. Zudem werden die Rüben für die letzten Kampagnetage geschützt. Die Qualität bleibt erhalten, Frost kann den Rüben weniger anhaben. Da häufig die Mietenpflege mit einer Spezialtechnik, die im Nordzuckerbereich entwickelt wurde, mechanisiert durchführt wird, sollte auch ein Arbeitsbereich rund um die Miete verfügbar bleiben.

Transport
Nicht nur die Abmessungen der Rübenmieten müssen Rücksicht auf Lademaus und Mietenpflege nehmen, auch die Lage der Rübenmiete. Natürlich muss die Lademaus die Rüben-LKW erreichen können, aber auch die LKW müssen zu den Mieten kommen können.
Damit das gewährleistet ist, werden die Disponenten der Abfuhrgruppen durch Computer- und Satelliten-Technologie unterstützt. Bei Nordzucker ist die hochentwickelte Logistik in das übergreifende System in die „Modulare Integrierte Rübenlogistik“ eingebunden, kurz „MIR“ genannt. Mit Hilfe von Programmen, Kartendarstellung, Visualisierung und einer zentralen Datenhaltung kann effektiv gearbeitet werden.
Durch die gute Vorarbeit rollen dann die Rüben-LKW zur Rübenmiete und dann in die Fabrik. Vier von fünf Transporten werden mit Mulden-LKW durchgeführt. Das sind moderne, verbrauchsarme und leise LKW und damit umweltschonend. Weil solche LKW mehr Rüben tragen können, als alle anderen Transportfahrzeuge, werden dadurch viele Transportvorgänge eingespart. Das entlastet den Verkehr nicht unerheblich. Auch die Rübenannahme, die in allen Nordzuckerwerken an 24 Stunden am Tag möglich ist, entlastet die Verkehrsspitzen in den Tagzeiten auf Straßen und in Orten spürbar. Durch diese fortschrittliche Transporttechnik kann die Belastung auf den Straßen und an den Hauptverkehrswegen so gering wie möglich gehalten werden.






