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Unkräuter und chemische Bekämpfung
Wichtige Grundsätze für Herbizidapplikationen
Grundlagen Blattkrankheiten
Tierische Schädlinge/ Nematoden
Grunddüngung
Organische Düngung
N-Düngung
Unkräuter und chemische Bekämpfung
Unkräuter sind Wildpflanzen, die sich im Laufe der Jahre an die wechselnden Bedingungen auf ackerbaulich genutzten Böden angepasst haben. Neben der „Normalverunkrautung“ ist ein Trend zu speziellen, in der Regel schwer bekämpfbaren Verunkrautungen zu beobachten, die mit den bestehenden Herbizidsystemen oft nur unzureichend erfasst werden.
Eine frühzeitige Erkennung des Unkrautspektrums ist wesentliche Voraussetzung für dessen wirtschaftliche und umweltschonende Bekämpfung. Wichtig ist deshalb, Mittelkombinationen, Aufwandmengen und Einsatzbedingungen optimal aufeinander abzustimmen, um die Rübe bei hohem Wirkungsgrad nicht zu schädigen.
Herbizide Wirkstoffe
Die herbiziden Wirkstoffe Phenmedipham, Desmedipham, Metamitron und Ethofumesat sind in den meisten Fällen die Basis eines Spritzsystems und werden je nach Auftreten bestimmter Leitunkräuter um weitere Wirkstoffe ergänzt.
Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Zuckerrübenanbaus in Norddeutschland e.V. (ARGE Nord) prüft in ihren Versuchen Spritzfolgen für einige schwer bekämpfbare Unkräuter auf ihre Wirksamkeit, um die Strategien der Unkrautbekämpfung im Sinne des Anwenders zukünftig wirksamer und kostengünstig entwickeln zu können.
Gräser
Für die Bekämpfung von Gräsern steht eine breite Palette von Präparaten zur Verfügung. Bei der Bekämpfung von Hirsearten ist ein Splitting-Verfahren zu empfehlen. Es besteht die Möglichkeit, ab dem Auflaufen der Hirse in den NA-Behandlungen ein Gräserherbizid zu integrieren. Dessen Aufwandmenge kann in diesem Fall bei noch schwach entwickelten Gräsern um etwa 30 Prozent reduziert werden. Auf einen Ölzusatz muss dann aber in der Herbizidmischung verzichtet werden.
Wichtige Grundsätze für Herbizidapplikationen
Beachtung der entsprechenden Auflagen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.
sparsame Anwendung und exakte Dosierung in Abhängigkeit von der tatsächlichen Verunkrautung
hohe Verteilgenauigkeit der Anwendungstechnik
Vermeidung von Mittelverlusten und Wirkungsminderungen durch Abdrift
Applikation in strahlungsärmeren frühen Morgen- und Abendstunden, nicht bei Temperaturen über 25 °C
Beachtung der Rübenentwicklung (Verträglichkeit und Wirkstoffaufnahme)
Kein Einsatz bei Windgeschwindigkeiten die höher sind als 3 m/s
Schosser
Zuckerrüben sind zwei-jährige Pflanzen, das heißt Blütenstände und Samen werden erst im zweiten Vegetationsjahr gebildet. Bei anhaltend niedrigen Temperaturen (Kältesumme) und hoher Belichtungsintensität im Mai / Juni, können die Pflanzen bereits im ersten Vegetationsjahr einen Schossreiz (Vernalisation) bekommen und mit der Bildung der Samenträger beginnen.
Nicht entfernte Schosser produzieren eine hohe Anzahl Samen, die über viele Jahre keimfähig sind und in den folgenden Rotationen in den Zuckerrüben als Unkrautrüben auflaufen und wiederum Schosser bilden.
Die Schosser sind aus mehreren Gründen unerwünscht:
Schosserrüben konkurrieren mit den „normalen" Rüben um Nährstoffe, Wasser, Licht und reduzieren in Abhängigkeit von der Dichte ihres Auftretens den Ertrag der Nachbarpflanzen erheblich
Schosser bilden Samenträger mit einem hohen Samenpotenzial. Die ausfallenden Rübensamen sind keimfähig und laufen in der Folgefrucht nach Zuckerrüben als unerwünschte Unkrautrüben auf. Diese schossen immer und laufen auch nach mehreren Jahren noch in allen Kulturen auf.
Schosser bilden sehr kräftige, krautige und faserige Stängel, die den Bestand überragen und später die Rodearbeiten erheblich behindern können
bei der Rodung mit aufgenommene Schosser können Probleme bei der Vorreinigung auf dem Feld bereiten
die Verarbeitbarkeit der Rüben in der Fabrik kann durch Schosser beeinträchtigt werden
Schosser müssen rechtzeitig vor der Samenreife (etwa bis Anfang August) aus den Rübenbeständen entfernt werden.
Die Schossneigung von Zuckerrüben ist auch sortenbedingt und wird in den bundesweit koordinierten Zuckerrübensortenversuchen bewertet. Auf der Basis der Ergebnisse sind bei der Sortenwahl weniger schossanfällige Sorten zu bevorzugen.
Grundlagen Blattkrankheiten
Die Zuckerrübe kann von zahlreichen Blattkrankheiten befallen werden. Die Höhe des Schadens ist abhängig von:
Der Populationsdichte mit der ein Krankheitserreger auftritt
Dem Entwicklungsstadium der Zuckerrübe zum Zeitpunkt des ersten Befalls
Der Aggressivität des Schadorganismus gegenüber den Rübenpflanzen
Der Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegenüber dem jeweiligen Krankheitserreger
Den Witterungsbedingungen
1. Pilzkrankheiten
Blattkrankheiten haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Durch die pilzlichen Krankheitserreger
Cercospora-Blattflecken (Cercospora beticola),
Ramularia- Blattflecken (Ramularia beticola),
Echter Mehltau (Erysiphe betae),
Rost (Uromyces betae)
können je nach Infektionstermin und –verlauf Verluste bis zu 40 Prozent beim Zuckerertrag entstehen. Diese Verluste können durch geeignete Maßnahmen reduziert oder gar verhindert werden.
Die Behandlungswürdigkeit ist bei den einzelnen pilzlichen Blattkrankheiten unterschiedlich.
Symptome
Die Symptome der einzelnen Pilzkrankheiten sind zum Teil sehr ähnlich.
Tabelle: Beschreibung pilzlicher Blattkrankheiten
Cercospora (Cercospora beticola)
Ramularia (Ramularia beticola)
Echter Mehltau (Erysiphe betae)
Rost (Uromyces betae)
Im frühen Stadium können Cercospora und Ramularia mit der bakteriellen Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas) verwechselt werden (siehe 2.: Bakterienkrankheit).
Bekämpfung/ Vorbeugende Maßnahmen
Faktoren, die zu einer stärkeren Anfälligkeit führen:
Beregnung
enge Fruchtfolge der Zuckerrübe
starker Befall der Nachbarrüben im Vorjahr
geschwächte Pflanzen (durch Trockenheit, Rizomania, Nährstoffmangel, Strukturschäden)
Die einzelnen Faktoren stellen keine Rangfolge dar, weil sie sich überlagern können und je nach Bedingungen des Jahres unterschiedlich stark auf das Infektionsgeschehen einwirken. Ebenso stellen stark befallene Nachbarschläge im Vorjahr bei nicht wendender Bodenbearbeitung ein hohes Infektionspotential dar.
Bekämpfungsschwellen
In mehrjährigen Versuchsreihen wurden für Deutschland Behandlungsschwellen für Cercospora und Ramularia ermittelt. Diese Schwellen beschreiben den Befallswert in Prozent befallener Blätter, ab dem wirtschaftlich wirksamer Schaden durch die Krankheit hervorgerufen wird. Die Ermittlung dieser Schadschwelle erfolgt über die so genannte Blattrupfmethode. Aus dem mittleren Teil des Blattapparates wird je ein zufällig ausgewähltes Blatt an 100 zufällig ausgewählten Pflanzen entnommen. Als befallen gilt ein Blatt bereits, wenn nur ein kleines Symptom gefunden wird.
Der optimale Bekämpfungszeitpunkt richtet sich nach folgenden Schadschwellen:
bis 01. August | 5 % befallene Blätter |
vom 02. bis 07. August | 10 % befalllene Blätter |
ab 16. August* | 45 % befallene Blätter |
*Wartezeiten der Fungizide beachten
Zur Bekämpfung eignen sich die in Zuckerrüben zugelassenen Azole und Strobilurine!
Blattkrankheiten Monitoring
Bei dem Einsatz von Fungiziden ist der richtige Applikationszeitpunkt wichtiger als das eingesetzte Produkt. Um die Befallsentwicklung zeitnah darstellen zu können, wird im LIZ-Gebiet (Mittel- und Norddeutschland) jährlich ein Blattkrankheiten-Monitoring auf rund 300 Standorten durchgeführt. Dabei werden in wöchentlichem Abstand repräsentative Flächen auf den Befall mit Blattkrankheiten untersucht. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Sind die Schwellenwerte auf den Monitoring-Standorten überschritten, sollten die Landwirte ihre eigenen Flächen sorgfältig auf Pilzbefall kontrollieren, und gegebenenfalls eine Fungizidmaßnahme durchführen.
2. Bakterienkrankheit
Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas)
Die Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas) tritt nach mechanischen Verletzungen auf. Diese können unter anderem durch Starkregen oder Hagel verursacht werden. So kann Pseudomonas schon im Mai noch vor Reihenschluss auftreten und an den kleinen Pflanzen zum Teil Schaden anrichten.
Symptome
Tabelle: Beschreibung der Bakteriellen Blattfleckenkrankheit
Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas)
Maßnahmen
Pseudomonas kann nicht bekämpft werden. Nach leichtem Befall verwachsen sich die Symptome bei zunehmend trockener Witterung. Bei stärkeren Schäden sollten Maßnahmen zur Schonung beziehungsweise Vitalisierung der Pflanzen durchgeführt werden, zum Beispiel schonende Herbizidmaßnahmen oder Zusatz von Blattdüngern.
Das genaue Bestimmen von Pseudomonas ist wichtig, damit keine Fehldiagnose (Verwechslung mit Pilzkrankheiten) zu unnötigen und somit nicht wirtschaftlichen Fungizidmaßnahmen führt.
3. Viruskrankheit
Viröse Vergilbung (Viröse Rübenvergilbung)
In der Zuckerrübenproduktion kann die „Viröse Vergilbung" zu Ertragsverlusten bis zu 50 Prozent und zwei Prozent geringerem Zuckergehalt führen.
Fördernde Faktoren:
Milder Winter, trockenwarmes Frühjahr
Günstige Blattlausentwicklung
Verzögerte Jugendentwicklung der Zuckerrübe
Die „Virose" selbst kann nicht bekämpft werden, sie wird vor allem durch die Grüne Pfirsichblattlaus und nur selten durch die Schwarze Bohnenlaus übertragen.
Symptome
Tabelle: Beschreibung der Virösen Vergilbung
Viröse Vergilbung
Maßnahmen
Systemische, in die Pillenhüllmasse eingearbeitete Insektizide schützen die Rüben vor Blattläusen und sind dadurch der effektivste Schutz vor der virösen Vergilbung. Alternativ müssen separate Insektizidbehandlungen termingerecht durchgeführt werden.
Tierische Schädlinge/ Nematoden
Weißes Rübenzystenälchen (Heterodera schachtii)
Aussehen und Schadbild
Befallene Rüben erkennt man am zurückgebliebenen Wachstum und am nesterweisen Welken. Die Hauptwurzel wächst nur wenig in die Länge und es werden verstärkt Seitenwurzeln gebildet, die nach und nach verfilzen und einen Wurzelbart bilden. An den Seitenwurzeln sind die bis zu 1 mm großen, zitronenförmigen Zysten sichtbar.
Biologie
Die Eier in den widerstandsfähigen Zysten sind über zehn Jahre lebensfähig. Ab 8 °C verlassen die aus den Eiern entwickelten Larven die Zysten und dringen in die Faserwurzeln ein. Dabei üben Wurzelausscheidungen der Wirtspflanzen einen Schlupfreiz auf die Larven aus.
Nach genügender Nahrungsaufnahme bilden sich geschlechtsreife Tiere. Nach Begattung durch das Männchen verhärten sich die Weibchen und wandeln sich in den Folgewochen zu bräunlichen zitronenförmigen Zysten um. Unter optimalen Bedingungen wird ein Zyklus nach fünf bis sechs Wochen abgeschlossen, so dass zwei bis drei Generationen pro Vegetationsperiode gebildet werden.
Feucht-warme Witterung und der Anbau von Kreuzblütlern (wie beispielsweise Raps, Kohl, Spinat, nicht resistenter Ölrettich und Senf) bieten besonders günstige Vermehrungsbedingungen für die Nematoden.
Bekämpfung
Die Schadensschwelle liegt bei 500 Eiern und Larven je 100 ml Boden. Chemische Bekämpfungsmethoden sind zurzeit nicht zugelassen. Vorbeugend sollten die Wirtspflanzen (Gänsefuß- und Kreuzblütlerarten) innerhalb der Rotation ausgeschlossen werden. Zuckerrüben sollten möglichst nur jedes vierte Jahr auf demselben Schlag angebaut werden. Eine Reduktion der Nematoden sollte schwerpunktmäßig mit biologischer Bekämpfung angestrebt werden, das heißt mit dem Anbau von nematodenresistenten Ölrettich- und Senfsorten. Der Bekämpfungserfolg kann unter optimalen Bedingungen bis zu 90 Prozent betragen, wodurch in den nachfolgenden Rüben deutliche Mehrerträge erreicht werden. Grundvoraussetzung für einen hohen Bekämpfungserfolg ist eine zeitige Saat nach früh räumender Vorfrucht.
Eine weitere Alternative stellt die Nematodenbekämpfung durch resistente Zuckerrübensorten dar. Deren Anbau ist jedoch erst ab einer Besatzdichte von mindestens 1200 Eiern und Larven je 100 ml Boden sinnvoll, da bei geringerem Nematodenbefall die resistenten Sorten einen Minderertrag gegenüber nematodentoleranten Sorten zeigen.
Grunddüngung
Die Nährstoffversorgung von Kulturpflanzen soll durch die Düngung sichergestellt werden. Dabei ist auf die Ermittlung der notwendigen Nährstoffmengen, die zugeführt werden sollen, besonderes Augenmerk zu legen. Die ausgewogene Zusammensetzung der Nährstoffe ist besonders wichtig, um ein gutes Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten.
Das Wachstum wird durch den Nährstoff begrenzt, der am wenigsten zur Verfügung steht.
"Minimumtonne", Justus von Liebig
Zur Ermittlung des Düngebedarfs einer Frucht bedient man sich entweder der Bodenuntersuchung oder der Nährstoffbilanz (ein- oder sechsjährig, je nach Nährstoff). Grundsätzlich ist bei ausreichendem Bodenvorrat der Ausgleich an Nährstoffen in Höhe des Entzugs (Nährstoffbilanz) ausreichend, um eine kulturgerechte Versorgung sicherzustellen.
Bei der Ermittlung des Düngebedarfs sind folgende Punkte zu beachten:
sorgfältige Probenahme zur Bodenanalyse
Eigenschaften des Standortes (Mineralisation)
Ertragsniveau
Rückfluss von Nährstoffen
Anteil organischer Substanz im Boden
Eine Düngeempfehlung beruht in der Regel auf den genannten Parametern. Je sorgfältiger die Daten ermittelt werden, desto genauer kann eine Bedarfsermittlung erfolgen.
Organische Düngung
Unter organischen Düngern versteht man die Wirtschaftsdünger (Stallmist, Jauche, Gülle, Trockenkot), die Stroh- und Gründüngung und die Siedlungsabfälle (Komposte und Klärschlamm).
Wirtschaftsdünger und Stroh
Durchschnittliche Inhaltsstoffe von Wirtschaftsdüngern (bezogen auf Frischmasse)
Art | T-Gehalt in % | N ges. | P2O5 | K2O | MgO |
|---|---|---|---|---|---|
Rindermist (kg/t FM) | 23 | 5,0 | 3,0 | 6,5 | 1,8 |
Schweinemist (kg/t FM) | 23 | 7,0 | 7,0 | 5,0 | 1,4 |
Hühnertrockenkot (kg/t FM) | 60 | 30,0 | 23,0 | 16,0 | 6,0 |
Rindergülle (kg/m3 FM) | 8 | 4,0 | 2,0 | 5,8 | 0,9 |
Schweinegülle (kg/m3 FM) | 6 | 5,1 | 3,3 | 3,8 | 1,1 |
Stroh (kg/t FM) | 86 | 6,0 | 3,0 | 17,0 | 2,0 |
T = Trockenmasse, FM = Frischmasse
Werden Wirtschaftsdünger regelmäßig und / oder in größerem Umfang eingesetzt, sollte unbedingt eine Analyse der Inhaltsstoffe und der Trockenmasse erfolgen.
Die Düngeverordnung bestimmt Umfang und Ausbringungszeiten für Wirtschaftsdünger.
Gründüngung
Die Gründüngung hat mehr den Charakter einer bodenverbessernden Maßnahme über die Durchwurzelung des Bodens und die Zufuhr von organischer Substanz. Neben der Stickstoffbindung (Leguminosenanbau) kann auch eine Nematodenbekämpfung bei entsprechender Wahl der Frucht (Senf, Ölrettich) und resistenter Sorte erfolgen. Für die Düngung der Hauptfrucht sollte die Menge Stickstoff angerechnet werden, die zur Gründüngung gegeben wurde.
Siedlungsabfälle
Die für Siedlungsabfälle durchschnittlichen Inhaltsstoffe sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt:
Durchschnittliche Inhaltsstoffe von Siedlungsabfällen
Art | T-Gehalt in % | N ges. | P2O5 | K2O | MgO | CaO |
|---|---|---|---|---|---|---|
Klärschlamm (kg/t FM) | 30 | 10,8 | 12,0 | 1,5 | 2,5 | 21,0 |
Kompost (kg/t FM) | 75 | 16,0 | 10,6 | 17,3 | 13,5 | 46,6 |
T = Trockenmasse, FM = Frischmasse
Die Düngermenge wird bei diesen Düngerformen durch die gesetzlichen Regelungen begrenzt. Die Klärschlammverordnung fordert Untersuchungen des Schlammes und des Bodens. Diese Verordnung lässt ein Ausbringen nur in Grenzbereichen für bestimmte Schwermetalle zu. Zusätzlich begrenzt die Verordnung die Gesamtmenge an Klärschlamm unabhängig von den Gehalten auf fünf t Trockenmasse (entspricht ca. 17 t FM) pro ha in drei Jahren.
Bis zu einer Menge von 10 t Komposttrockenmasse (entspricht etwa 13 t FM) pro ha und Jahr wird eine Überdüngung in der Regel vermieden.
Die Ausnutzung des Stickstoffs im Folgejahr schwankt zwischen 10 – 15 Prozent bei Komposten, bis zu 70 Prozent bei Gülle und Frühjahrsausbringung. Bei der Ausbringung im Herbst ist mit einer um 10 – 20 Prozent geringeren Ausnutzung zu rechnen. Die übrigen Nährstoffe sind nahezu vollständig in die Düngerplanung mit einzubeziehen. In den folgenden Jahren kann mit einer Gesamtausnutzung des Stickstoffs bei Klärschlamm, Kompost und Stallmist von bis zu 50 Prozent gerechnet werden.
N-Düngung
Das Nährelement Stickstoff (N) ist ein wichtiger Wachstumsfaktor, aber auch ein wichtiger Qualitätsparameter bei der Zuckerrübe.
Mangelsymptome
Verfärbung der Pflanze von hellgrün bis zu einem hellen gelblichen Farbton. Die Aufhellungen beginnen an den älteren Blättern, die erst welken und dann vertrocknen. Die Blätter stehen starr nach oben und haben verlängerte Blattstiele.
Bemessung des N-Düngebedarfs
Bei der mineralischen Stickstoffdüngung zu Zuckerrüben sollte beachtet werden, dass die Höhe einer Einzelgabe an den Standort angepasst wird. Die Bemessung der Düngermenge hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Menge des benötigten pflanzenverfügbaren Stickstoffs im Boden wird vor allem durch das Ertragsniveau bestimmt. Die Rübe nimmt in der Vegetation etwa 40 kg Stickstoff pro zehn t Rübe und Blatt auf. Der Gehalt an Stickstoff im Boden kann über die Nmin-Methode bestimmt werden. Eine weitere Möglichkeit der standortspezifischen Ermittlung des N-Düngerbedarfs ist die schlagbezogene Bilanzierung.
Stickstoffdüngung in Abhängigkeit von der Bodenart
Bodenart | Leichte Böden | Mittlere Böden | Schwere Böden |
|---|---|---|---|
Verteilung der Gaben | Bis zu drei Gaben: | Zwei Gaben: | - zur Saat in einer Gabe (besser vor als nach der Saat) |
Von Bedeutung bei der Ermittlung des N-Düngerbedarfs ist auch:
die Verfügbarkeit des Stickstoffs (in Abhängigkeit von anderen Faktoren) und
die Ertragssteigerung an ausbeutbarem Zucker













