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Zuckergewinnung - Schritt für Schritt

Natürliche Entstehung

Die Zuckerrübe ist die zuckerreichste Pflanze in Europa, wiegt rund ein Kilogramm und enthält etwa 75 Prozent Wasser. Die restlichen 25 Prozent bestehen aus Zucker, Nichtzuckerstoffen und nichtlöslichem Rübenmark. Wie jede grüne Pflanze besitzt die Zuckerrübe die Fähigkeit, die Energie des Sonnenlichts in chemische Bindungsenergie zu überführen (Fotosynthese) und Zucker zu erzeugen. Die kontinuierliche Entwicklung in der Pflanzenzüchtung und der Anbaumethoden haben dazu geführt, dass die Zuckerrübe heute einen Zuckergehalt von 17 bis 21 Prozent aufweist und die Erträge pro Hektar gesteigert werden konnten. 

Rübenernte

Im September ist es dann soweit – die Rüben werden geerntet und die Verarbeitung, die Zuckerrübenkampagne, beginnt. Meist lagern die Rüben bis zur Abholung am Feldrand in so genannten Rübenmieten. Die Anfuhr der Rüben in die Fabrik ist bis ins Detail geplant. So werden lange Wartezeiten und Rübenengpässe in der Produktion vermieden.

Rübenprobe und Wäsche

Nachdem die Rüben bereits bei der Verladung vorgereinigt wurden, ist die nächste Station für den Rübentransporter die Probenentnahme. Dabei werden von jeder Ladung Rübenproben zur Qualitätsbestimmung im Werk entnommen.

Anschließend werden die Rüben auf dem Rübenhof entladen. Über ein Fließband geht es direkt zur Rübenwäsche. Danach zerkleinern Schneidemaschinen die Rüben in schmale Schnitzel, die anschließend in die Extraktionstürme gelangen. Heißes Wasser löst den Zucker aus den Rübenschnitzeln. Dabei entsteht eine Zuckerlösung – der so genannte Rohsaft. Dieser gelangt in die Saftreinigung.

Saftreinigung

Hier werden Zucker und Nichtzuckerstoffe mit Hilfe von Kalk und Kohlensäure getrennt. Einer Vorkalkung und Hauptkalkung folgt die Carbonatation. Nach zweimaligem Abfiltern bleibt ein klarer, hellgelber Dünnsaft mit einem Zuckergehalt von 16 Prozent zurück. Der gewonnene, abfiltrierte Kalk wird Carbokalk genannt. Er stellt ein wertvolles Düngemittel für die Landwirtschaft dar.

Safteindickung

In der Verdampfstation wird dem Dünnsaft in mehreren Stufen solange Wasser entzogen, bis er als Dicksaft einen Zuckergehalt von knapp 75 Prozent  erreicht hat.

Die Verdampfungsapparate sind so miteinander verbunden, dass der dabei entstehende Wasserdampf (Brüden) stets die nächste Stufe heizt. So ist eine optimale Energieausnutzung gewährleistet.

Kristallisation

Der gewonnene goldbraune Sirup (Dicksaft) wird in der Kochstation weiter eingedampft. Dies geschieht bei Unterdruck, da das Wasser dann bereits zwischen 65° und 80° C verdampft und der Zucker bei diesen Temperaturen nicht karamellisiert und dunkel wird.

Ab einer bestimmten Konzentration im Saft beginnt Zucker zu kristallisieren. Durch Zugabe von so genannten Impfkristallen wird in Form von feinstem Zucker die gleichmäßige Kristallbildung angeregt. Dabei entsteht ein dickflüssiger Brei, der „Füllmasse“ genannt wird.

Diese Füllmasse wird zum Abkühlen in Maischen abgelassen. Rührwerke halten die Masse dabei ständig in Bewegung und die Zuckerkristalle wachsen in der konzentrierten Zuckerlösung auf die gewünschte Größe heran.

Zentrifugieren

Aus den Maischen fließt die Füllmasse schließlich in die Zentrifugen. In ihnen werden die Kristalle vom Sirup getrennt. Durch die große Fliehkraft läuft der dem Zuckerkristall anhaftende Sirup durch den Siebmantel der Zentrifugentrommel ab. Zum Schluss befreit Wasserdampf die Zuckerkristalle vom restlichen Sirup. Der Zucker ist nun weiß. Ein Zuckerkristall ist bei genauer Betrachtung klar und durchsichtig. Erst durch die Lichtbrechung bei vielen Kristallen erscheint es weiß. Löst man diesen weißen Zucker erneut auf und lässt ihn nochmals kristallisieren, entsteht ein besonders reiner und hochwertiger Zucker - die Raffinade.

Einlagerung

Der fertige Zucker wird getrocknet, gekühlt und auf Förderbändern in große Silos transportiert. Er bildet die Grundlage für die verschiedenen Zuckersorten im Haushalt.

Der überwiegende Teil des Zuckers wird jedoch in loser oder flüssiger Form an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie geliefert.

Melasse

Der dunkelbraune, zähflüssige Sirup, der nach der letzten Kristallisation zurückbleibt, wird Melasse genannt. Diese enthält noch ca. 50 Prozent Zucker, der aber mit herkömmlichen Methoden nicht mehr wirtschaftlich gewonnen werden kann. Melasse wird überwiegend für die Viehfütterung, Gewinnung von Alkohol und die Hefeerzeugung verwendet.

Die gesamte Energie in Form von Wärme und Strom wird im werksinternen Kesselhaus produziert. Überschüssiger Strom wird dabei an die regionalen Energiekonzerne abgegeben.

 

Zucker und Ernährung

Wissenswertes über Zucker und Ernährung erfahren Sie in unserem Flyer.

Zucker und mehr

Hier können Sie sich den Flyer "Zucker und mehr" herunterladen.

 
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